Wenn es um Horrorlegenden geht, die Realität und Fiktion miteinander verweben, steht der Name Sawney Bean ganz oben. Der angebliche Anführer eines schottischen Kannibalenclans aus dem späten Mittelalter soll mit seiner Familie über Jahrzehnte hinweg Reisende überfallen, ermordet und verspeist haben. Diese grausige Geschichte diente später als Inspiration für zahlreiche Filme – darunter auch der Kultklassiker The Hills Have Eyes.
Wer war Sawney Bean?
Der Legende nach wurde Alexander „Sawney“ Bean in East Lothian, Schottland, geboren. Unzufrieden mit dem ehrlichen Leben eines Handwerkers, floh er mit seiner Frau in eine abgelegene Küstenhöhle. Dort gründeten sie eine Familie, die angeblich über Generationen hinweg auf Inzest und Kannibalismus zurückgriff.

Die Höhle, versteckt in einer schwer zugänglichen Bucht, bot ideale Bedingungen, um unbemerkt zu bleiben. Hier soll die Familie hunderte von Menschen getötet, zerstückelt und verzehrt haben. Die Überreste ihrer Opfer wurden getrocknet, gepökelt oder einfach im Meer entsorgt.
Terror auf den schottischen Straßen
Über Jahrzehnte verschwanden in der Region Reisende spurlos. Händler, Pilger und einfache Bauern, die die abgelegenen Wege nutzten, wurden nie wieder gesehen. Die Bevölkerung lebte in ständiger Angst, während die Behörden im Dunkeln tappten. Erst als Überlebende eines Überfalls den Clan beschreiben konnten, begann die Suche nach den Tätern.
Die Legende berichtet, dass schließlich über 400 Menschen verschwunden sein sollen, bevor König James VI. selbst die Jagd auf den Clan anordnete. Mit Hunderten von Soldaten wurde die Höhle gestürmt – und man entdeckte ein Bild des Grauens: Leichenteile, konservierte Körperstücke und die makabre Lebensweise des Clans.

Die grausame Hinrichtung
Die Mitglieder der Familie Bean wurden ohne Gerichtsverfahren verurteilt. Männer wurden zerstückelt, Frauen und Kinder verbrannt. Der Clan wurde vollständig ausgelöscht – ein Ende, das ebenso brutal war wie die Verbrechen, die ihnen zugeschrieben wurden.
Fakt oder Fiktion?
Historiker sind sich bis heute uneins, ob Sawney Bean tatsächlich existierte oder ob es sich lediglich um eine Legende handelt. Schriftliche Quellen aus der damaligen Zeit sind spärlich und oft widersprüchlich. Einige Experten vermuten, dass die Geschichte von politischen Gegnern oder als makabre Abschreckung erfunden wurde. Dennoch hat sie sich tief in das kulturelle Gedächtnis eingebrannt.

Einfluss auf die Popkultur
Die Legende des schottischen Kannibalenclans inspiriert seit Jahrhunderten Schauergeschichten und Horrorliteratur. Besonders bekannt wurde sie durch Wes Cravens Horrorfilm The Hills Have Eyes (1977). Der Film verlegt die grausige Familiengeschichte in die Wüste Nevadas, wo eine degenerierte Kannibalenfamilie ahnungslose Reisende terrorisiert.
Fazit
Ob historisch wahr oder nicht – die Geschichte von Sawney Bean und seinem Kannibalenclan ist eine der schaurigsten Legenden Schottlands. Sie verkörpert die Angst vor dem Unbekannten, das im Dunkeln lauert, und zeigt, wie Mythen die Popkultur prägen. Dass diese düstere Erzählung bis heute als Inspiration für Filme wie The Hills Have Eyes dient, beweist ihre ungebrochene Faszination und ihre Macht, Angst zu erzeugen.