Es gibt Gesichter, die sich unauslöschlich in das kollektive Gedächtnis ganzer Generationen eingebrannt haben – und eines davon gehört Johannes Maus, dem unvergessenen Darsteller des alten, kleinen Muck im legendären DEFA-Märchenfilm „Die Geschichte vom kleinen Muck“ (1953). Einst verspottet, dann gefeiert, wurde er zu einer der heimlichen Ikonen des deutschen Nachkriegskinos.
Ein Mann, der mehr war als nur eine Filmfigur
Geboren am 27. Dezember 1916 in Blankenburg, wuchs Johannes Maus in einer Zeit auf, in der Kunst und Kultur von politischen Umbrüchen geprägt waren. Früh entdeckte er seine Liebe zur Schauspielerei und fand über das Theater den Weg zum Film. Doch es war seine Rolle als alter Muck in dem DEFA-Klassiker, die ihn unsterblich machte.

Der Film erzählt die Geschichte eines kleinen, verstoßenen Mannes, der trotz Spott und Ablehnung durch Mut, Klugheit und Güte seinen Platz in der Welt findet. In dieser Figur spiegelte sich auch etwas von Johannes Maus selbst wider: die Fähigkeit, mit feiner Mimik und stiller Präsenz Herzen zu berühren – ganz ohne große Worte.
Die Magie der DEFA-Märchenfilme
In den 1950er Jahren prägte die DEFA (Deutsche Film-Aktiengesellschaft) das Märchenkino in der DDR wie kaum ein anderes Studio. Mit aufwendigen Kulissen, liebevollen Kostümen und einer Mischung aus Fantasie und Moral wurden Klassiker geschaffen, die bis heute im Fernsehen und auf Festivals gezeigt werden.

Neben seiner bekanntesten Rolle als kleiner Muck war Johannes Maus auch in anderen DEFA-Produktionen zu sehen – etwa als Schuster im Märchen „Das Feuerzeug“, wo er erneut seine charakteristische Mischung aus Humor, Menschlichkeit und Weisheit zeigte.
Vom Bühnenlicht in die Ewigkeit
Johannes Maus verstarb 1985 in Berlin, doch sein filmisches Erbe lebt weiter. Jedes Mal, wenn „Der kleine Muck“ zur Weihnachtszeit im Fernsehen läuft, entdecken neue Generationen seine zarte, anrührende Darstellung.
Er verkörperte nicht nur eine Märchenfigur, sondern ein Stück deutscher Filmgeschichte – ein Symbol für Hoffnung, Mitgefühl und den Glauben daran, dass auch die Kleinsten Großes bewirken können.

Warum Johannes Maus unvergessen bleibt
Mehr als 70 Jahre nach der Premiere des Films ist die Botschaft seiner Rollen aktueller denn je: Nicht Stärke oder Reichtum machen den Menschen aus, sondern Herz und Charakter.
In einer Zeit, in der schnelle Effekte oft über Tiefe siegen, erinnern Figuren wie der kleine Muck daran, dass wahre Größe in Bescheidenheit liegt. Und genau deshalb bleibt Johannes Maus – der Mann, der einst verlacht und später bewundert wurde – für immer unvergessen.