Mit dem Tod von Elisabeth Marschall, die im Alter von 61 Jahren hingerichtet wurde, endete das Leben einer der berüchtigtsten Krankenschwestern des Nazi-Regimes. Marschall, oft als die „Bestie in Weiß“ bezeichnet, war Teil des medizinischen Personals in Ravensbrück, einem Konzentrationslager, das vor allem für Frauen bekannt war. Ihr Name ist bis heute eng verbunden mit Grausamkeit, Mord und den Schrecken des Holocausts.
Marschall begann ihre Tätigkeit als Krankenschwester in deutschen Krankenhäusern, doch während des Zweiten Weltkriegs wurde sie in die SS integriert und übernahm Aufgaben in den Lagern, wo sie eine Schlüsselrolle bei den grausamen medizinischen Experimenten und Selektionen spielte. Zahlreiche Überlebende berichteten von ihrer unbarmherzigen Art und ihrer Fähigkeit, Opfer durch ihre scheinbare Freundlichkeit in falscher Sicherheit zu wiegen, bevor sie ihnen das Leben nahm.
Die „Bestie in Weiß“ erhielt ihren berüchtigten Spitznamen aufgrund der Kombination aus äußerer Erscheinung und innerer Grausamkeit. Marschall war dafür bekannt, Häftlinge für den Tod auszuwählen, ihre medizinische Ausbildung für grausame Zwecke einzusetzen und dabei keinerlei Mitgefühl zu zeigen. Historiker betonen, dass sie ein Beispiel für die aktive Beteiligung von Frauen an den Verbrechen des NS-Regimes ist, die oft übersehen wird.
Nach Kriegsende wurde Marschall vor Gericht gestellt. In den Nürnberger Prozessen gegen SS-Krankenpersonal wurde sie für schuldig befunden, an den Morden und medizinischen Experimenten beteiligt gewesen zu sein. Ihre Verurteilung zur Todesstrafe war ein symbolischer Akt, der zeigen sollte, dass auch die älteren Täterinnen des NS-Regimes für ihre Verbrechen zur Verantwortung gezogen wurden. Am Tag ihrer Hinrichtung wurde Elisabeth Marschall 61 Jahre alt – eine der ältesten Frauen, die für ihre Taten im Dritten Reich hingerichtet wurden.
Die Geschichte von Elisabeth Marschall ist ein erschütterndes Kapitel der Holocaust-Geschichte und erinnert daran, dass Grausamkeit keine Altersgrenze kennt. Ihr Leben und ihr Handeln werden in Gedenkstätten, historischen Studien und Dokumentationen behandelt, um das Wissen über die Beteiligung von Frauen an NS-Verbrechen zu bewahren.
Abschließend bleibt Elisabeth Marschall eine Mahnung an die Nachwelt: Die Verbrechen der SS-Krankenschwestern, ihre Rolle im Holocaust und die Notwendigkeit der Erinnerung an die Opfer dürfen niemals vergessen werden. Historiker und Bildungseinrichtungen weltweit setzen sich dafür ein, die Lehren aus dieser dunklen Zeit weiterzugeben, damit sich solche Taten niemals wiederholen.