Die Behörden gehen davon aus, dass die schwierige Bergung der Leichen nach dem tödlichen Lawinenunglück im kalifornischen Hinterland bis ins Wochenende andauern wird.
Die Lawine ging am Morgen des Dienstags, den 17. Februar, im Gebiet Castle Peak im Tahoe National Forest ab und betraf eine Gruppe von 15 Personen, die sich am letzten Tag eines dreitägigen Skiausflugs befanden, wie die Behörden mitteilten.
Acht Menschen wurden tot aufgefunden, während eine neunte Person noch vermisst wird, aber vermutlich ebenfalls tot ist, sagte Sheriff Shannan Moon vom Nevada County auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, dem 18. Februar.Bislang wurde noch keine ihrer Leichen von der Unglücksstelle geborgen.

Das Sheriffbüro von Nevada County (NCSO) gab am Donnerstag, den 19. Februar, bekannt, dass die „Lawinenopfer heute nicht sicher vom Berg geborgen werden können“, da es sich um „gefährliche Wetterbedingungen“ handle.
Darüber hinaus teilte das NCSO mit, dass die Identitäten der neun Opfer von den Behörden erst nach Abschluss der Bergungsarbeiten bestätigt werden können.
Bei den neun Opfern, die sich noch immer auf dem Berg befinden, handelt es sich laut Moon vom Mittwoch um sieben Frauen und zwei Männer.
Barren Castle Peak, ein beliebtes Skitourengebiet, auf dem Gipfel des Donner Summit in Soda Springs, Kalifornien, USA. Nina Riggio/Bloomberg via Getty

Unter den Opfern befindet sich auch eine Gruppe von Müttern, deren Kinder in einem Skiteam im nahegelegenen Sugar Bowl Resort waren, berichtete die San Francisco Chronicle unter Berufung auf eine Quelle.
Die Sugar Bowl Academy, eine mit dem Skigebiet verbundene Skischule, bestätigte am Mittwoch in einer eigenen Erklärung, dass „mehrere Mitglieder der Sugar Bowl Academy-Gemeinschaft und andere Personen mit engen Verbindungen zu Sugar Bowl, Donner Summit und der Backcountry-Gemeinschaft“ zu denjenigen gehörten, die bei der Lawine ums Leben kamen.
Sheriff Wayne Woo aus Placer County gab auf der Pressekonferenz am Mittwoch außerdem bekannt, dass eines der Opfer der Ehepartner eines Mitglieds des Such- und Rettungsteams von Tahoe Nordic ist.
Neue Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Lawinenunglück am Lake Tahoe sorgen derzeit für große Aufmerksamkeit. Ermittler bestätigten vor wenigen Minuten, dass geborgene Kameraaufnahmen vom Unglücksort ausgewertet werden und wichtige Hinweise auf die letzten Abläufe vor dem Abgang der Schneemassen liefern. Die Behörden betonen jedoch, dass es sich um sensibles Material handelt, das mit äußerster Sorgfalt geprüft wird.
Das Unglück ereignete sich in einem abgelegenen Berggebiet nahe des Sees, das bei Wintersportlern und Tourengehern beliebt ist. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte sich eine Gruppe erfahrener Outdoor-Enthusiasten auf einer geplanten Route bewegt, als sich plötzlich eine Lawine löste. Rettungskräfte wurden unmittelbar nach Eingang eines Notrufs alarmiert und waren innerhalb kurzer Zeit vor Ort. Trotz des schnellen Einsatzes kam für mehrere Beteiligte jede Hilfe zu spät.
Nun rücken die geborgenen Kameraaufnahmen in den Mittelpunkt der Untersuchungen. Laut Behörden stammen sie von tragbaren Action-Kameras sowie von einer fest installierten Überwachungseinheit in der Nähe eines Wanderparkplatzes. Die Aufnahmen zeigen offenbar die Wetter- und Schneeverhältnisse kurz vor dem Unglück sowie Bewegungen der Gruppe in den Minuten davor.
Ermittler erklärten, dass das Material dabei helfen könne, die genaue Abfolge der Ereignisse besser zu rekonstruieren. Dabei gehe es nicht nur um die unmittelbaren Sekunden vor dem Lawinenabgang, sondern auch um Faktoren wie Hangneigung, Schneebeschaffenheit und mögliche Warnsignale. Experten für Lawinenkunde analysieren derzeit jedes Detail.
Ein Sprecher der örtlichen Behörden betonte, dass man aus Respekt vor den Opfern keine sensiblen Sequenzen veröffentlichen werde. Ziel sei es ausschließlich, die Ursachen des Unglücks zu verstehen und künftige Risiken zu minimieren. „Wir möchten Antworten finden, nicht Sensationen erzeugen“, erklärte er.
Lawinen entstehen häufig durch eine Kombination aus Wetterbedingungen, Schneeschichten und Belastung des Hangs. In den Tagen vor dem Unglück hatte es in der Region starken Schneefall gegeben, gefolgt von Temperaturschwankungen. Solche Bedingungen können instabile Schichten im Schneedeckensystem begünstigen. Ob genau diese Faktoren ausschlaggebend waren, ist Gegenstand der laufenden Analyse.
Bergrettungsexperten weisen darauf hin, dass selbst erfahrene Wintersportler trotz sorgfältiger Planung in gefährliche Situationen geraten können. Moderne Sicherheitsausrüstung wie Lawinenverschüttetensuchgeräte, Airbags und GPS-Tracker erhöhen zwar die Überlebenschancen, bieten jedoch keinen absoluten Schutz.
Die nun gesicherten Videoaufnahmen liefern laut Insidern vor allem Erkenntnisse über die Dynamik des Geländes und die Geschwindigkeit, mit der sich die Schneemassen bewegten. Solche Informationen sind für die wissenschaftliche Aufarbeitung von großer Bedeutung. Sie helfen dabei, Modelle zu verbessern und Warnsysteme weiterzuentwickeln.
Für die Angehörigen der Opfer ist diese Phase besonders belastend. Behörden stehen in engem Kontakt mit den Familien und bieten psychologische Unterstützung an. Gleichzeitig wird großer Wert darauf gelegt, Gerüchten und Spekulationen entgegenzutreten. In sozialen Medien kursieren bereits unbestätigte Behauptungen, die von offizieller Seite nicht bestätigt wurden.
Die Region rund um Lake Tahoe gilt als eines der beliebtesten Wintersportgebiete Nordamerikas. Jährlich besuchen Tausende Menschen die verschneiten Hänge. Das Unglück hat daher nicht nur lokale, sondern auch internationale Aufmerksamkeit erregt.
Sicherheitsbehörden prüfen nun, ob zusätzliche Warnhinweise oder temporäre Sperrungen bestimmter Routen notwendig sind. In den kommenden Tagen sollen Expertenberichte veröffentlicht werden, die erste Einschätzungen zur Schneestabilität enthalten.
Wichtig ist den Verantwortlichen, dass die Diskussion sachlich geführt wird. Lawinen sind Naturereignisse, die trotz moderner Technik nicht vollständig kontrollierbar sind. Dennoch lassen sich aus jedem Vorfall Lehren ziehen. Die Auswertung der Kameraaufnahmen könnte künftig dazu beitragen, Risikobewertungen präziser zu gestalten.
Ein Mitglied des alpinen Rettungsdienstes erklärte, dass visuelles Material oft entscheidend sei, um zeitliche Abläufe exakt zu bestimmen. „Man erkennt, wie sich der Schnee verhält, wie schnell Veränderungen eintreten und wie komplex solche Situationen sind“, sagte er.